Wer kann nach Portugal ziehen? Visa und Wege einfach erklärt
9 September 2026 · Aktualisiert 9 September 2026

Gabriel Caetano
BRAZIL
Wer kann nach Portugal ziehen? Visa und Wege einfach erklärt
Wer kann 2026 nach Portugal ziehen? Finde heraus, welcher Visa- oder Aufenthaltsweg zu dir passt – von D7 und D8 über Arbeit, Familie und Studium bis zum Golden Visa, einfach erklärt für EU-Bürger, Brasilianer und andere Nationalitäten.

Wer kann eigentlich nach Portugal auswandern? Visa-Wege einfach erklärt (ohne Behördendeutsch)
Fast jeder kann nach Portugal auswandern, aber welcher Weg für dich infrage kommt, hängt komplett von deinem Pass ab. EU-, EWR- und Schweizer Bürger dürfen sich frei bewegen und brauchen kein Visum, alle anderen – also auch Brasilianer, Amerikaner und Briten – benötigen zunächst ein Langzeitvisum und danach eine Aufenthaltserlaubnis von der AIMA. Die zwei beliebtesten Wege sind das D7-Visum für passives Einkommen (ab 920 € im Monat) und das D8-Visum für digitale Nomaden (ab 3.680 € im Monat). Wichtig zu wissen: Ein neues Staatsbürgerschaftsgesetz hat die Spielregeln geändert. Die portugiesische Staatsbürgerschaft setzt jetzt 10 Jahre legalen Aufenthalt voraus – bei EU-Bürgern und Staatsangehörigen aus portugiesischsprachigen Ländern sind es 7 Jahre. Das regelt das Lei Orgânica n.º 1/2026, das ab dem 19. Mai 2026 in Kraft tritt.
Einleitung
Wenn du schon mal Portugals Einwanderungsportal geöffnet, es nach zehn Minuten wieder geschlossen hast und dabei verwirrter warst als vorher – du bist nicht allein. Die Seiten sind unübersichtlich, die Begriffe stecken voller juristischem Portugiesisch, und die Hälfte der Ratgeber im Netz verweist immer noch auf eine Behörde, die es längst nicht mehr gibt. Und trotzdem steigt die Zahl der Menschen, die versuchen, da durchzublicken, immer weiter. Portugal steht seit Jahren ganz oben auf jeder "Wohin sollte ich auswandern"-Liste, und gerade Brasilianer haben dort mittlerweile eine der größten ausländischen Communities aufgebaut.
Das Problem ist nicht, dass ein Umzug nach Portugal unmöglich wäre. Das Problem ist, dass es einem niemand in verständlicher Sprache erklärt. Jeder Weg hat andere Einkommensgrenzen, einen anderen Berg an Unterlagen und andere Bearbeitungszeiten – und die Regeln wurden zwischen Ende 2025 und Mitte 2026 gleich zweimal überarbeitet. Egal ob du remote arbeitest, im Ruhestand bist, mit der Familie umziehen willst, investieren möchtest oder als brasilianischer Fachkraft dein Leben in Europa aufbauen willst: Du hast eine klare Antwort verdient, keine Wand aus Fachchinesisch.
Genau dafür ist dieser Guide da. Wir erklären jeden wichtigen Visa-Weg in einfachen Worten: wer qualifiziert ist, was du brauchst und wie der Prozess in der Praxis abläuft, mit den aktuellen Regeln für 2026. Und weil ein Länderwechsel genauso sehr ein Geldproblem wie ein Papierkram-Problem ist, zeigen wir dir auch, wo die finanziellen Stolpersteine lauern. Gerade für Brasilianer ist das Konto oft der eigentliche Knackpunkt: IOF-Steuer beim Kartenzahlen, Geld verlieren bei Überweisungen zwischen Brasilien und Portugal, und die Nachfrage nach lokalen Dokumenten, die man noch gar nicht hat. Genau dieses Problem löst Bleap: ein Konto, das du mit brasilianischen Dokumenten eröffnen kannst. Wir weisen also darauf hin, wo es wirklich weiterhilft. Vorkenntnisse zum Thema Einwanderung brauchst du keine. Fangen wir mit der einen Frage an, die alles entscheidet: In welcher Situation befindest du dich?
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1. Wer kommt easy nach Portugal, und wer muss sich richtig anstrengen?
Bevor du dich durch die verschiedenen Visa-Optionen wühlst, solltest du erstmal klären, zu welcher von drei Gruppen du gehörst. Dein Pass entscheidet darüber, wie kompliziert das Ganze wird – nicht dein Einkommen oder dein Job.
EU-/EWR-Bürger und Schweizer: die Überholspur
Wenn du einen Pass aus einem EU-Land hast, aus dem erweiterten Europäischen Wirtschaftsraum (dazu zählen auch Island, Liechtenstein und Norwegen) oder aus der Schweiz, brauchst du gar kein Visum. Dank Freizügigkeit kannst du nach Portugal einreisen, dort arbeiten, studieren oder deinen Ruhestand verbringen, ohne vorher irgendjemanden um Erlaubnis zu fragen.
Nur eine kleine Formalität bleibt: Wenn du länger als 90 Tage bleiben willst, meldest du dich bei deinem örtlichen Gemeindeamt, der Junta de Freguesia, an und bekommst eine Anmeldebescheinigung (Certificado de Registo). Dafür brauchst du in der Regel einen gültigen Ausweis oder Reisepass, einen Nachweis, dass du dich selbst versorgen kannst oder einen Job hast, und manchmal auch einen Adressnachweis. Das ist reine Verwaltungssache, keine echte Hürde. Keine Einkommensgrenze, kein Konsulatstermin, kein Warten auf eine Genehmigung aus dem Ausland.
Alle anderen: die Visa-Warteschlange
Wenn dein Pass nicht aus der EU, dem EWR oder der Schweiz stammt, läuft der Prozess deutlich strukturierter ab. Du kannst nicht einfach auftauchen und bleiben. Du musst dir vorher bei einem portugiesischen Konsulat ein Langzeitvisum besorgen, bevor du mit der Absicht einreist, dort zu leben.
Hier liegt der Punkt, an dem die meisten stolpern: Ein Touristenaufenthalt erlaubt dir, bis zu 90 Tage innerhalb von 180 Tagen im Schengen-Raum zu bleiben, aber er erlaubt dir nicht, dich niederzulassen. Ein Langzeitvisum (visto de longa duração) ist das, was dich tatsächlich mit der Erlaubnis nach Portugal bringt, länger als diese 90 Tage zu bleiben. Und eine Aufenthaltserlaubnis (autorização de residência) ist das Dokument, mit dem du nach deiner Ankunft langfristig legal bleiben kannst. Ganz einfach gesagt: Das Visum bringt dich durch die Tür, die Aufenthaltserlaubnis lässt dich auspacken.
Der Sonderfall brasilianischer Staatsbürger
Brasilianer:innen nehmen eine ganz besondere Zwischenposition ein, und es lohnt sich, zu verstehen, warum das so ist. Portugal und Brasilien verbindet eine tiefe bilaterale Beziehung, die im Freundschafts-, Kooperations- und Konsultationsvertrag von 2000, unterzeichnet in Porto Seguro, festgeschrieben wurde. Dieser Vertrag ermöglicht es Brasilianer:innen mit legalem Wohnsitz in Portugal, nahezu die gleichen Rechte wie portugiesische Staatsbürger:innen zu genießen, ohne dafür die portugiesische Staatsangehörigkeit annehmen zu müssen.
Dieser Mechanismus nennt sich Estatuto de Igualdade (Gleichstellungsstatus). Es handelt sich dabei um ein rechtliches Instrument, das Brasilianer:innen mit legalem Wohnsitz in Portugal Rechte garantiert, die denen portugiesischer Staatsbürger:innen gleichkommen – mit Ausnahme einiger politischer Rechte und der Ausübung bestimmter öffentlicher Ämter. Praktisch bedeutet das: Brasilianische Staatsbürger:innen können arbeiten, studieren und Zugang zum Gesundheitssystem sowie zu Sozialleistungen erhalten, neben weiteren Rechten. Es gibt tatsächlich unterschiedliche Stufen dieses Status, darunter eine, die zivile Rechte und Pflichten abdeckt, und eine weitere, die nach drei Jahren Wohnsitz zusätzlich politische Rechte gewährt.
Hier kommt der Haken, den kaum jemand deutlich genug erwähnt: Der Gleichstellungsstatus ist keine Abkürzung, um das Visumverfahren zu umgehen. Man muss trotzdem zuerst legal ansässig sein, das heißt, man durchläuft weiterhin einen Visa- oder vertragsspezifischen Weg, bevor man den Status überhaupt beantragen kann. Und man sollte wissen: Das bringt auch echtes Gewicht mit sich, denn mit dem Erwerb des Gleichstellungsstatus unterliegen Brasilianer:innen dem portugiesischen Strafrecht. Wird also eine Straftat in Portugal begangen, wird die Person nach portugiesischem Recht verurteilt.
Wer portugiesische Vorfahren hat, kann übrigens einen ganz anderen Weg einschlagen: die cidadania portuguesa por descendência, die die Staatsbürgerschaft direkt über Großeltern oder in manchen Fällen sogar über ein Elternteil verleihen kann. Dieser Weg umgeht das Visumverfahren komplett, hängt aber von einer belegbaren Abstammung ab. Für alle anderen sind die im Folgenden beschriebenen Visa-Typen der Weg nach vorn.
2. Die portugiesische Visa-Landschaft 2026: Eine einfache Übersicht
Bevor wir uns die einzelnen Visa im Detail anschauen, lohnt sich ein Blick auf das große Ganze. Die portugiesische Einwanderungspolitik funktioniert nach einer Zwei-Schritte-Logik – und sobald man die verstanden hat, ergeben alle Visa-Kategorien viel mehr Sinn.
Langzeitvisum vs. Aufenthaltstitel: Wo liegt der Unterschied?
Stell es dir wie zwei Türen vor, nicht wie eine. Die erste Tür ist das Langzeitvisum, das vom portugiesischen Konsulat in deinem Heimatland ausgestellt wird. Bei den beliebten Aufenthaltsvisa erlaubt dieses Dokument in der Regel 2 Einreisen nach Portugal und ist 4 Monate gültig. Es handelt sich also im Grunde um eine zeitlich begrenzte Eintrittskarte, die dir ein Zeitfenster zur Einreise und für den nächsten Schritt verschafft.
Die zweite Tür ist der Aufenthaltstitel. Nach der Ankunft in Portugal stellt der Visuminhaber bei der AIMA – der Agentur für Integration, Migration und Asyl – einen Antrag auf einen Aufenthaltstitel. Der erste Aufenthaltstitel wird für 2 Jahre ausgestellt. Das ist das Dokument, mit dem du tatsächlich über das Visum hinaus in Portugal leben kannst, und es ist auch das, was du im Laufe der Zeit verlängerst – auf dem Weg zur dauerhaften Aufenthaltsberechtigung und schließlich zur Staatsbürgerschaft.
Der gesamte Ablauf sieht also so aus: Antrag beim Konsulat stellen, Visum erhalten, innerhalb der Gültigkeitsfrist nach Portugal einreisen, zum AIMA-Termin erscheinen und den Aufenthaltstitel abholen. Jeder der unten aufgeführten Wege für Nicht-EU-Bürger folgt genau diesem Grundgerüst.
Überblick über die wichtigsten Visa-Kategorien 2026
Portugal arbeitet mit einem Buchstabensystem für Visa. Hier die Kurzübersicht der Routen, die in der Praxis am häufigsten genutzt werden:
Visum | Geeignet für | Kernvoraussetzung (2026) |
|---|---|---|
D7 | Rentner, Bezieher passiven Einkommens | Ab 920 €/Monat passives Einkommen |
D8 | Remote-Arbeiter, Freelancer mit ausländischen Kunden | Ab 3.680 €/Monat Remote-Einkommen |
D1 | Angestellte mit portugiesischem Jobangebot | Unterschriebener Arbeitsvertrag |
D2 | Unternehmer, Freelancer mit Tätigkeit in Portugal | Tragfähiger Businessplan |
D3 | Hochqualifizierte Fachkräfte und Tech-Profis | Anspruchsvolle Tätigkeit, oft mit Tech-Visa-Zertifizierung |
ARI (Golden Visa) | Investoren | Ab 250.000 € qualifizierte Investition |
D6 | Familienzusammenführung (reagrupamento familiar) | Antragsteller mit legalem Aufenthaltsstatus als Bezugsperson |
Studentenvisum | Universität und Studienprogramme | Immatrikulation plus Nachweis über Unterhaltsmittel |
Manche dieser Kategorien haben Unterarten, je nachdem, welchen Beruf du ausübst, ob du nur vorübergehend bleiben oder dauerhaft Wohnsitz nehmen möchtest, und woher dein Einkommen stammt. Du musst dir das aber nicht alles merken – die meisten Leute brauchen am Ende nur eine einzige Kategorie.
Die Rolle von AIMA (früher SEF)
Falls du auf einen älteren Guide stößt, wird dir dort wahrscheinlich empfohlen, zum SEF zu gehen. Ignorier das. Die portugiesische Regierung hat den Ausländer- und Grenzschutzdienst (SEF) im Oktober 2023 aufgelöst. Zuständig ist jetzt die Agentur für Integration, Migration und Asyl (AIMA). Genauer gesagt: Am 29. Oktober 2023, mit Abschluss der Auflösung des SEF, hat AIMA offiziell seine Arbeit aufgenommen.
Der Wechsel war mehr als nur ein neuer Name. Während die SEF sowohl für Einwanderungsangelegenheiten als auch für die Strafverfolgung zuständig war, kümmert sich die AIMA ausschließlich um administrative Einwanderungsaufgaben. Die Aufgaben der Strafverfolgung wurden an die GNR, PSP und die Kriminalpolizei übertragen. Für Antragsteller bedeutet das in der Praxis ein anderes Buchungssystem, ein Online-Portal für viele Verfahren und eine strikte Dokumentationskultur. Die AIMA nimmt es mit den Unterlagen inzwischen sehr genau – unvollständige oder fehlerhafte Anträge werden automatisch abgelehnt. Bring also wirklich alles mit, prüfe alles doppelt, und rechne damit, dass sich gute Vorbereitung auszahlt.
3. Das D7-Visum: Der beliebteste Weg für Rentner und Bezieher passiven Einkommens
Wenn du dich ohne portugiesisches Gehalt selbst finanzieren kannst, ist das D7-Visum so gut wie sicher dein Weg. Es ist nicht ohne Grund die meistgenutzte Option: Die Einkommensgrenze ist die niedrigste aller Aufenthaltsvisa, und die Regeln sind vergleichsweise großzügig.
Was ist das D7-Visum und für wen eignet es sich?
Das D7 wird oft als "Visum für passives Einkommen" oder "Rentnervisum" bezeichnet, wobei die Bezeichnung "Rentner" etwas irreführend ist. Das portugiesische D7-Visum, auch bekannt als Passive-Income-Visum, ermöglicht es finanziell unabhängigen Ausländern, eine Aufenthaltserlaubnis in Portugal zu erhalten, sofern sie über ein stabiles passives Einkommen von mindestens 920 € pro Monat verfügen. Das Einkommen kann aus verschiedenen Quellen stammen. Gewinne aus Unternehmensbeteiligungen, geistigem Eigentum, Renten und Mieteinnahmen gelten als passives Einkommen und können für den Antrag auf das portugiesische D7-Visum herangezogen werden.
Trotz des Spitznamens "Rentnervisum" gibt es keine Altersgrenze. Das D7-Visum wird zwar häufig als Rentnervisum bezeichnet, doch eine Altersvoraussetzung existiert nicht. Entscheidend ist, dass ein konstantes passives Einkommen nachgewiesen wird, das die Mindestanforderung erfüllt. Bei Brasilianern, Amerikanern und finanziell unabhängigen Menschen weltweit ist es gerade deshalb beliebt, weil weder ein Jobangebot noch eine große Einmalinvestition nötig sind.
Eine ehrliche Warnung: Da es sich um ein Visum für passives Einkommen handelt, kann aktives Einkommen tatsächlich gegen dich sprechen. Ein D7-Visum kann abgelehnt werden, wenn der Antragsteller über aktives Einkommen verfügt, etwa ein Gehalt aus einer Anstellung. Wenn du remote für einen ausländischen Arbeitgeber arbeitest, ist in der Regel das weiter unten beschriebene D8-Visum die bessere Wahl.
Einkommensanforderungen für das D7-Visum 2025-2026
Der Schwellenwert hängt direkt vom portugiesischen Mindestlohn ab, der sich dieses Jahr geändert hat. Der garantierte monatliche Mindestlohn liegt 2026 auf dem portugiesischen Festland bei 920 € brutto, was nach Abzug der 11% Sozialversicherungsbeiträge 818,80 € netto entspricht. Da sich die Visa-Grenze am Mindestlohn orientiert, gilt ab dem 1. Januar 2026 für das D7-Visum Portugal eine Mindestanforderung an passivem Einkommen von 920 € pro Monat, also insgesamt rund 11.040 € im Jahr.
Familienangehörige erhöhen die Anforderungen. Der Betrag steigt um 50% für jeden weiteren Erwachsenen und um 30% für jedes im Antrag berücksichtigte Kind. Konkret bedeutet das etwa 460 € mehr pro Monat für den Ehepartner und 276 € pro Monat für jedes unterhaltsberechtigte Kind. Zusätzlich zum monatlichen Einkommen musst du in der Regel auch Ersparnisse nachweisen. Antragsteller müssen Rücklagen von mindestens 12 portugiesischen Monatslöhnen belegen. 2026 liegt diese Summe bei 11.040 €.
Das Einkommen kann aus mehreren Quellen zusammenkommen. Es muss nicht eine einzelne, saubere Rente sein. Wichtig ist nur, dass es regelmäßig, dokumentiert und über einen längeren Zeitraum nachweisbar ist. Und hier noch ein kleines, aber wichtiges Detail für alle, die sich schon mitten im Prozess befinden: Selbst wenn du dein Visumverfahren noch vor 2026 startest – fällt dein AIMA-Termin für den Aufenthaltstitel erst nach Januar 2026, gilt für dich trotzdem der neue Basisbetrag von 920 €.
So beantragst du das D7-Visum: Schritt für Schritt
- Stelle alle notwendigen Unterlagen zusammen (die vollständige Liste findest du im nächsten Abschnitt).
- Vereinbare einen Termin beim portugiesischen Konsulat in deinem Wohnsitzland.
- Erscheine zum Konsulatstermin für Biometrie und Dokumentenabgabe.
- Warte auf die Entscheidung. Die Bearbeitungszeit variiert, aber meist dauert es einige Wochen bis wenige Monate.
- Reise innerhalb der Gültigkeitsdauer des Visums nach Portugal ein, in der Regel 4 Monate mit 2 Einreisen.
- Vereinbare deinen AIMA-Termin in Portugal, um die autorização de residência (Aufenthaltserlaubnis) zu beantragen.
- Hol dir deine Aufenthaltskarte ab. Das D7-Visum führt zu einer 2-jährigen Aufenthaltserlaubnis, die um weitere 3 Jahre verlängert werden kann.
Ein wichtiger Punkt, den man einplanen sollte: Das D7-Visum setzt voraus, dass man auch tatsächlich in Portugal lebt. Die Aufenthaltspflicht liegt bei 16 Monaten innerhalb von 2 Jahren. Außerdem dürfen Aufenthaltsberechtigte nicht länger als 6 Monate am Stück außerhalb Portugals verbringen.
D7-Visum: Diese Dokumente brauchst du
- Gültiger Reisepass mit mindestens 6 Monaten Restgültigkeit über den geplanten Aufenthalt hinaus
- Ausgefülltes Visumantragsformular
- Passfotos
- Führungszeugnis aus deinem Wohnsitzland, mit Apostille
- Krankenversicherung, gültig in Portugal und im Schengen-Raum
- Einkommensnachweis: Kontoauszüge, Rentenbescheide, Mietverträge, Dividendenbelege
- Nachweis über eine Unterkunft in Portugal: Mietvertrag, Grundbucheintrag oder eine Gastgebererklärung
- NIF, die Número de Identificação Fiscal (portugiesische Steuernummer), die du schon vor deinem Umzug beantragen kannst
Die Anforderungen können sich je nach Konsulat leicht unterscheiden, also am besten immer direkt beim zuständigen Konsulat nachfragen.
Typische Fehler beim D7-Visum, die du vermeiden solltest
- Kontoauszüge ohne Apostille oder ohne beglaubigte Übersetzung einreichen
- Ein Airbnb oder eine kurzfristige Buchung als Wohnnachweis verwenden – wird häufig abgelehnt
- Den Antrag ohne NIF stellen, obwohl diese unverzichtbar ist und frühzeitig beantragt werden sollte
- Die Bearbeitungszeit unterschätzen und zu früh nicht erstattungsfähige Flüge buchen
Der letzte Punkt zum Thema Geld ist genau der, bei dem überraschend viele brasilianische Antragsteller schon vor der Landung draufzahlen. Wer ein portugiesisches Konto eröffnet und seine Ersparnisse dorthin überweist, riskiert IOF-Gebühren und Transferkosten, die klammheimlich genau den Kontostand auffressen, den man dem Konsulat vorweisen muss. Mit Bleap kannst du EUR und USD in einem einzigen Konto halten, das du mit brasilianischen Dokumenten eröffnest, und Geld zwischen Brasilien und Europa bewegen – mit sofortigem PIX, 0 % IOF und ohne Transfergebühren. So kommt das Geld, das du dem Konsulat zeigen musst, auch wirklich unangetastet an.
4. Das Digital Nomad Visum (D8): Remote arbeiten, in Europa leben
Wenn dein Einkommen vom Laptop kommt und deine Kunden oder dein Arbeitgeber im Ausland sitzen, bist du hier genau richtig. Das D8 wurde exakt für diese Situation geschaffen und hat sich zu einer der gefragtesten Routen Europas entwickelt.
Was ist das Digital Nomad Visum und wer kann es beantragen?
Portugal hat das "Visto para Nómadas Digitais" im Oktober 2022 eingeführt. Das D8-Visum richtet sich an Remote-Arbeitende von außerhalb der EU/des EWR, die ihr Einkommen aus dem Ausland beziehen und in Portugal leben möchten. Der entscheidende Unterschied zum D7 liegt in der Herkunft deines Geldes: Das D8 ist für aktive Remote-Arbeit gedacht, nicht für passives Einkommen.
Es passt zu einer breiten Palette an Berufen. Egal ob du als Softwareentwickler für Unternehmen in den USA oder Großbritannien arbeitest, als Designer mit einer Agentur in Deutschland zusammenarbeitest oder als Berater Kunden in mehreren Ländern betreust – du könntest die Voraussetzungen erfüllen. Und es ist auch nicht nur auf digitale Berufe beschränkt. Auch Forscher, Projektmanager oder Finanzanalysten, die online arbeiten und Kunden oder einen im Ausland ansässigen Arbeitgeber abrechnen, können infrage kommen. Brasilianer gehören übrigens zu den größten Nutzergruppen im D8-Programm, gleich hinter den Amerikanern.
Einkommensvoraussetzungen für das D8-Visum 2025-2026
Das D8 verlangt das Vierfache des Mindestlohns. Die Einkommensuntergrenze für das D8 liegt beim Vierfachen des portugiesischen Mindestlohns. Nach der Mindestlohnerhöhung 2026 auf 920 € pro Monat liegt die daraus resultierende D8-Schwelle bei 3.680 € brutto pro Monat.
Außerdem musst du Ersparnisse nachweisen, und Familienangehörige erhöhen die Anforderungen zusätzlich. Um ein Digital-Nomad-Visum zu bekommen, muss der Antragsteller nachweisen, dass sein monatliches Einkommen über 3.480 € liegt. Zusätzlich ist ein Kontoauszug erforderlich, der ein Guthaben in Höhe des 12-fachen portugiesischen Mindestlohns zeigt – das sind 2026 genau 11.040 €. Wer Familienmitglieder in den Visumantrag mit aufnehmen möchte, muss zusätzliche Ersparnisse nachweisen: 3.132 € extra pro Kind und weitere 5.520 € pro Erwachsenem.
Welche Nachweise du brauchst, hängt davon ab, wie du arbeitest. Angestellte legen in der Regel einen Arbeitsvertrag sowie ein Schreiben des Arbeitgebers vor, das die Remote-Vereinbarung und das Gehalt bestätigt. Freelancer weisen Kundenverträge, aktuelle Rechnungen und Kontoauszüge der letzten 3 bis 6 Monate vor. Die Bearbeitung geht dabei relativ zügig: Das Digital-Nomad-Visum wird normalerweise innerhalb von 30–60 Tagen bearbeitet und gewährt zunächst einen einjährigen Aufenthalt, der verlängert werden kann, solange du die Einkommens- und Mindestaufenthaltsanforderungen weiterhin erfüllst.
D8 vs. D2: Welches Visum für Remote-Worker ist das richtige für dich?
Genau hier stehen die meisten Freelancer vor der größten Verwirrung. Das D8-Visum ist für etablierte Remote-Arbeiter und Angestellte gedacht, deren Einkommen aus dem Ausland stammt. Das D2-Visum richtet sich dagegen an Unternehmer, Freelancer und Selbstständige, die vorhaben, ihr Einkommen in Portugal selbst zu erwirtschaften – zum Beispiel durch die Gründung einer portugiesischen Firma oder die Betreuung portugiesischer Kunden.
Stell dir eine Frage: Verdienst du dein Geld hauptsächlich außerhalb Portugals, oder baust du dir etwas innerhalb Portugals auf? Trifft Ersteres zu, ist das D8-Visum die einfachere und schnellere Wahl. Trifft Letzteres zu, ist das D2 der richtige Weg – allerdings brauchst du dafür in der Regel einen überzeugenden Businessplan, was die Vorbereitung und die Verteidigung beim Konsulat deutlich aufwendiger macht.
Digital Nomad Visa: Erforderliche Unterlagen
- Alle Standarddokumente: Reisepass, Passfotos, apostilliertes Führungszeugnis und Krankenversicherung
- Arbeitsvertrag oder Kundenverträge
- Kontoauszüge der letzten 3 bis 6 Monate
- Ein Schreiben deines Arbeitgebers, das deinen Remote-Status bestätigt, falls du angestellt bist
- Nachweis über eine Unterkunft in Portugal
- NIF (portugiesische Steuernummer)
Praktische Tipps für Digital Nomads, die sich 2026 bewerben
Die Wartezeiten bei den Konsulaten sind der versteckte Flaschenhals. Stark ausgelastete Konsulate wie São Paulo, Rio de Janeiro und New York können schon Wochen oder Monate im Voraus ausgebucht sein – fang also frühzeitig an. Tritt aktiven Digital-Nomad-Communities in Portugal bei, um echte, aktuelle Erfahrungsberichte zu den Konsulaten zu bekommen, denn die Abläufe ändern sich häufig. Und bei allem, was etwas komplizierter ist – eine portugiesische Firmenstruktur, gemischte Einkommensquellen oder eine knifflige familiäre Situation – zahlt sich ein zugelassener Einwanderungsanwalt in der Regel aus.
Es gibt auch eine finanzielle Seite, die man bei der Planung nicht vergessen sollte. Als digitaler Nomade, der in Dollar oder Euro bezahlt wird, gibst du oft in einer anderen Währung aus, als du verdienst. Eine typische Karte berechnet dafür 2 bis 3% Fremdwährungsgebühr obendrauf, plus IOF, falls du noch eine brasilianische Karte nutzt. Bleap verlangt 0% FX-Gebühren auf alle Kartenausgaben in jeder Währung, gibt dir bis zu 20% Cashback und lässt dich bis zu 400 € pro Monat kostenlos abheben – das schützt ganz nebenbei deine monatliche Einkommensgrenze davor, von Gebühren aufgefressen zu werden.
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5. Arbeitsvisa für Portugal: Für einen portugiesischen Arbeitgeber arbeiten
Wenn dich ein portugiesisches Unternehmen einstellen möchte oder du selbst vor Ort für einen arbeiten willst, landest du in der Kategorie der Arbeitsvisa. Diese Wege hängen an einem konkreten Job und nicht an deinem eigenen Vermögen.
Das D1-Visum: Das klassische Arbeitsvisum
Das D1 ist das klassische Arbeitsvisum für alle, die bereits ein Jobangebot von einem in Portugal ansässigen Arbeitgeber in der Tasche haben. Der Haken dabei: Dein Arbeitgeber muss meist erst einen Teil der Arbeit erledigen. Er muss eine Arbeitserlaubnis einholen, die – über einen sogenannten Arbeitsmarkttest – bestätigt, dass die Stelle nicht einfach mit einem EU-Bürger besetzt werden könnte. Ist das erledigt und der Vertrag unterschrieben, kannst du das Visum beantragen.
Es kommt in vielen Branchen zum Einsatz: Lehrkräfte, Beschäftigte im Gesundheitswesen, im Bau- und Gastgewerbe und andere Jobs mit lokalen Verträgen. Beim Gehalt musst du in der Regel mindestens den portugiesischen Mindestlohn von 920 € pro Monat verdienen – oder den branchenüblichen Mindestlohn, falls dieser höher liegt. Das D1 führt zur gleichen zweistufigen Struktur wie alle anderen Wege: erst das Visum beim Konsulat, dann die Aufenthaltserlaubnis bei der AIMA.
Das D3-Visum: Hochqualifizierte Fachkräfte (Tech-Visum)
Das D3 richtet sich an hochqualifizierte Talente in Technologie, Wissenschaft, Ingenieurwesen, Medizin, Finanzwesen und Forschung. Es ist eng mit dem Tech-Visa-Zertifizierungsprogramm verknüpft, über das qualifizierte Unternehmen internationale Fachkräfte leichter ins Land holen können. Bei geeigneten Positionen kann das D3 einen Teil der Hürden des Arbeitsmarkttests umgehen, die das D1 verlangsamen – ein echter Vorteil, wenn du eine gefragte Fachkraft bist.
Die Einkommensanforderungen beim D3 liegen in der Regel höher als die Mindestwerte beim D1 und orientieren sich meist an den Standards der jeweiligen Position und Branche. Bist du leitender Ingenieur, Forscher oder Facharzt, wird dein Arbeitgeber dich oft genau in diese Richtung lenken.
Saison- und Zeitarbeitsvisa
Portugal vergibt außerdem kurzfristige Arbeitsvisa für Saisontätigkeiten, vor allem in der Landwirtschaft und im Tourismus. Diese sind für befristete Arbeit über einen klar definierten Zeitraum gedacht und nicht dafür, sich dauerhaft niederzulassen. Hier sollte man sich nichts vormachen: Saison- und Zeitarbeitsvisa sind in der Regel kein Weg zu langfristigem Aufenthalt oder zur Staatsbürgerschaft, so wie es bei D1, D3, D7 und D8 der Fall ist. Wer sich in Portugal dauerhaft ein Leben aufbauen möchte, sollte Saisonarbeit höchstens als Zwischenschritt betrachten – nicht als Endziel.
6. Der Golden Visa (ARI): Aufenthalt durch Investition
Wenn du Kapital zum Investieren hast und maximale Flexibilität willst, bleibt der ARI, besser bekannt als Golden Visa, auch 2026 eine Option – auch wenn er ganz anders aussieht als noch vor ein paar Jahren.
Die wichtigste Änderung: Immobilien sind raus. Einige Investitionsmöglichkeiten wurden gestrichen. Neue Antragsteller können sich nicht mehr über den Kauf von Immobilien oder Kapitaltransfers qualifizieren, aber andere zulässige Investitionswege bleiben unter den aktuellen ARI-Regeln bestehen. Der heute dominierende Weg führt über Fonds. Die Mindestinvestition für den Portugal Golden Visa über Fondsinvestitionen liegt 2026 bei 500.000 € in Risikokapital- oder Private-Equity-Fonds. Fonds, die für den Portugal Golden Visa qualifizieren, müssen von der CMVM reguliert sein.
Es gibt auch eine günstigere Variante. Eine kulturelle Spende von 250.000 € sowie 500.000 € für Investmentfonds, Unternehmensgründung oder wissenschaftliche Forschung sind die aktuell gültigen Beträge. Der größte Vorteil des Golden Visa war schon immer, wie wenig Zeit man im Land verbringen muss. Das Programm sticht durch seine minimalen Anwesenheitspflichten hervor: nur 7 Tage im ersten Jahr und 14 Tage pro anschließendem 2-Jahres-Verlängerungszeitraum.
Sei bei den Zeitplänen aber realistisch. Zwischen der Investition, der Dokumentenvorbereitung und dem Bearbeitungsstau bei der AIMA ist das ein Langstreckenlauf. Vom Beginn der Dokumentenvorbereitung bis zum Erhalt der Aufenthaltskarte liegt die realistische Gesamtdauer zwischen 24 und 36 Monaten. Für die meisten Menschen, die einfach nur in Portugal leben wollen, ist das D7- oder D8-Visum günstiger, schneller und praktischer. Der Golden Visa ergibt vor allem für Investoren Sinn, die eine EU-Aufenthaltsoption wollen, ohne dauerhaft umzuziehen.
7. Familienzusammenführung (D6) und der Nachzug von Angehörigen
Ein Umzug ist selten eine Ein-Personen-Entscheidung. Das D6-Visum deckt den reagrupamento familiar, also die Familienzusammenführung, ab und erlaubt es einem legalen Einwohner, berechtigte Familienangehörige nachzuholen.
Wer als Familienmitglied zählt, ist recht großzügig definiert. Beim D7 zum Beispiel gehören zu den anspruchsberechtigten Angehörigen Kinder zwischen 18 und 21 Jahren, die unverheiratet, nicht erwerbstätig und finanziell vom Hauptantragsteller abhängig sind, außerdem behinderte Kinder jeden Alters sowie finanziell abhängige Eltern des Antragstellers und seines Ehepartners – zusätzlich zu Ehepartnern und minderjährigen Kindern.
Eine wichtige Änderung für 2026 hat die zeitlichen Vorgaben in manchen Fällen verschärft. Nach den jüngsten Gesetzesreformen dürfen Inhaber ihre Familie in bestimmten Situationen erst nachholen, wenn sie mindestens 2 Jahre legal in Portugal ansässig waren, statt sofort. Das gilt nicht für jedes Szenario, denn viele Antragsteller können Familienangehörige weiterhin im ursprünglichen Antrag mit einbeziehen – aber es ist eine echte Verschiebung, die viele überrascht. Wenn es Ihnen wichtig ist, Ihre Familie schnell zusammenzuführen, sollten Sie genau prüfen, welche Regel für Ihren Weg gilt, bevor Sie sich festlegen.
8. Die brasilianische Abkürzung: Gleichstellungsstatus und schnellere Einbürgerung
Brasilianer haben hier tatsächlich echte Vorteile, und die Reform des Staatsangehörigkeitsgesetzes 2026 hat einen davon sogar noch wertvoller gemacht.
Der erste Vorteil betrifft die Fristen bis zur Einbürgerung. Als das neue Gesetz die allgemeine Frist verlängerte, blieb ein kürzerer Weg für die portugiesischsprachigen Länder erhalten. Die für die portugiesische Staatsbürgerschaft erforderliche Aufenthaltsdauer hat sich für die meisten Staatsangehörigen – darunter Amerikaner, Briten und Kanadier – von fünf auf zehn Jahre verdoppelt. Für Bürger aus der EU und der CPLP sind es jedoch sieben Jahre. Da Brasilien Mitglied der CPLP (der Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder) ist, erreichen Brasilianer die Voraussetzungen für die Einbürgerung bereits nach 7 Jahren statt der 10 Jahre, die für die meisten anderen Nationalitäten mittlerweile gelten. Ein wichtiges Detail zur Zählweise: Die Aufenthaltsfrist beginnt mit dem Ausstellungsdatum der ersten Aufenthaltserlaubnis.
Der zweite Vorteil ist das bereits erwähnte Estatuto de Igualdade, das nahezu gleiche Rechte wie portugiesische Staatsbürger gewährt, ohne dass man dafür die brasilianische Staatsangehörigkeit aufgeben muss. Hier sollte man die Erwartungen an den Zeitrahmen anpassen, denn der Prozess hat sich durch die neue Verwaltungsstruktur verlangsamt. Vor der Einführung der CPLP-Aufenthaltserlaubnis war das Gleichstellungsstatut meist schon nach 6 bis 8 Monaten fertig. Aktuell, mit der Einführung von ARCPLP und AIMA, kann die Bearbeitung des Gleichstellungsstatuts bis zu 2 Jahre dauern. Der Vorteil dabei: Es ist kostenlos.
Und schließlich: Wer portugiesische Vorfahren hat, kann die Staatsbürgerschaft durch Abstammung beantragen – dabei entfällt die Wartezeit durch den Aufenthalt komplett. Dieser Weg hängt von einer nachgewiesenen Abstammungslinie über ein Elternteil oder Großelternteil ab. Wer glaubt, dafür infrage zu kommen, sollte daher frühzeitig Geburts- und Heiratsurkunden zusammentragen.
Egal für welche Brasilien-Route du dich entscheidest, beim Thema Finanzen bleibt der Ärger derselbe: Du musst Geld aus Brasilien empfangen, Euro vor Ort halten und aufhören, bei jeder Transaktion IOF-Steuern zu verlieren. Genau diese Lücke sollte Bleap für Brasilianer schließen. Ein Konto, eröffnet mit brasilianischen Dokumenten, mit EUR und USD gemeinsam auf einem Konto, mit sofortigen PIX-Überweisungen zwischen Brasilien und Europa bei 0% IOF und ohne Überweisungsgebühren. Es ersetzt nicht deinen Visa-Anwalt, aber es nimmt dir die finanzielle Reibung, die bei jedem Schritt dazukommt.
9. Kurz zum Thema Steuern: NHR ist Geschichte, willkommen IFICI
Wenn dein Plan für den Umzug nach Portugal auf der berühmten NHR-Steuervergünstigung aufgebaut war, solltest du dein Modell aktualisieren. Das alte Regime nimmt keine neuen Anträge mehr an. Am 1. Januar 2025 hat Portugal das NHR-Regime eingestellt und stattdessen das IFICI-Steuerregime eingeführt, auch bekannt als NHR 2.0. Der Hauptvorteil ist ein pauschaler Steuersatz von 20% auf qualifizierendes portugiesisches Erwerbs- und Selbstständigeneinkommen über 10 aufeinanderfolgende Jahre.
Der Haken dabei: IFICI ist deutlich enger gefasst als das alte NHR. Für neue portugiesische Steuerresidenten im Jahr 2026 ist IFICI das einzige Sonderregime, und das gilt nur für Beschäftigte im Bereich wissenschaftliche Forschung und Innovation mit höheren akademischen Abschlüssen. Wichtig: Renten sind nicht mehr abgedeckt, was für viele Rentner, die sich einst gerade wegen NHR für Portugal entschieden haben, die Rechnung ändert. Wer bereits unter dem alten NHR registriert ist, behält seinen Status: Jede Person, die sich bis zum 31. Dezember 2023 für den NHR-Status registriert hat, behält diesen Status für die vollen 10 Jahre. Wenn du dich 2020 registriert hast, profitierst du bis 2030 von den NHR-Vorteilen.
Für die meisten Neuankömmlinge gilt ehrlicherweise: Du zahlst die reguläre portugiesische Einkommensteuer, die progressiv gestaltet ist und bei höheren Einkommen in Richtung der hohen 40-Prozent-Marke klettern kann. Das ist kein Grund, Portugal zu meiden. Es ist aber ein Grund, mit echten Zahlen zu planen – und idealerweise mit einem portugiesischen Steuerberater, statt sich auf eine veraltete Annahme zu verlassen.
10. Die Dokumente, vor denen dich niemand warnt, und die Sache mit dem Geld
Zwei praktische Themen ziehen sich durch jedes Visum, das wir oben besprochen haben, und genau dort entscheidet sich oft leise, ob ein Antrag durchgeht oder nicht.
Die NIF kommt zuerst
Die NIF, deine portugiesische Steuernummer, taucht auf fast jeder Liste auf, weil ohne sie kaum etwas geht. Du brauchst sie, um einen Mietvertrag zu unterschreiben, Konten zu eröffnen, und oft auch, um den Visumantrag überhaupt fertigzustellen. Die gute Nachricht: Du kannst sie schon besorgen, bevor du umziehst. Erledige das früh, dann läuft der Rest des Papierkrams viel geschmeidiger.
Apostillen und Übersetzungen sind kein Kann, sondern ein Muss
Der häufigste Grund für eine Ablehnung sind Dokumente, die inhaltlich zwar stimmen, aber nicht richtig legalisiert wurden. Führungszeugnisse und Personenstandsurkunden brauchen meist eine Apostille, oft auch eine beglaubigte portugiesische Übersetzung. Die AIMA nimmt es mit der Dokumentation sehr genau, und schon ein fehlender Stempel kann einen ansonsten perfekten Antrag zu Fall bringen. Plane dafür genug Zeit ein. Es ist mühsam, aber genau hier setzen sich die Gründlichen gegen die Hektischen durch.
Die Sache mit dem Geld
Und hier kommt der Teil, den die Einwanderungsratgeber gerne auslassen. Bei jedem Weg musst du Geldmittel nachweisen, Ersparnisse über Grenzen hinweg bewegen und dann in Portugal in Euro leben. Für Brasilianer war genau das traditionell ein Draufzahlgeschäft: IOF-Steuer auf Kartenzahlungen im Ausland, Gebühren bei Überweisungen, und das klassische Henne-Ei-Problem, ein europäisches Konto zu brauchen, während man noch brasilianische Dokumente in der Hand hält.
Genau diese Reibung nimmt Bleap dir ab. Du eröffnest ein europäisches Konto mit brasilianischen Dokumenten, hältst EUR und USD an einem Ort und bewegst Geld zwischen Brasilien und Europa mit sofortigem PIX, 0% IOF und ohne Überweisungsgebühren zu attraktiven Wechselkursen. Bist du erstmal vor Ort, sorgt die Bleap Mastercard für 0% FX-Gebühren bei jeder Ausgabe, bis zu 20% Cashback und kostenlose Bargeldabhebungen bis zu 400 € im Monat. Und wenn dein Umzugsbudget gerade nur rumliegt und auf die Mietkaution wartet, kannst du es in einem Sparvault arbeiten lassen – Steady mit 3,8% AER (niedrigstes Risiko) oder Dynamic mit 7% AER (geringes Risiko) in USD, schon ab nur 1 $, mit 0% Auszahlungsgebühr und ohne Bindungsfrist. Dein Visum löst das nicht. Aber es sorgt dafür, dass dein Konto den Prozess unbeschadet übersteht.
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Häufig gestellte Fragen
Kann ich ohne Job nach Portugal ziehen?
Ja, solange du dich selbst finanzieren kannst. Genau dafür gibt es das D7-Visum: für Menschen mit stabilem passivem Einkommen, die keinen portugiesischen Arbeitgeber haben. Seit dem 1. Januar 2026 liegt das geforderte Mindesteinkommen für das Portugal D7-Visum bei 920 € im Monat, also rund 11.040 € im Jahr. Genutzt wird es vor allem von Rentnern, Vermietern oder Leuten, die von Dividenden oder Lizenzeinnahmen leben.
Was ist der Unterschied zwischen dem D7- und dem D8-Visum?
Das hängt davon ab, wie du dein Geld verdienst. Das D7 ist für passives Einkommen wie Rente oder Mieteinnahmen gedacht, während das D8 für aktive Remote-Arbeit gilt. Ein Rechtsleitfaden bringt es auf den Punkt: Das D7 setzt ein passives Einkommen von mindestens 920 € im Monat voraus, das D8 dagegen richtet sich an aktive Remote-Worker und verlangt etwa das Vierfache des Mindestlohns – rund 3.680 € im Monat.
Brauchen Brasilianer ein Visum, um nach Portugal zu ziehen?
Ja. Brasilianer können zwar visumfrei in den Schengen-Raum für Kurzaufenthalte einreisen, aber um tatsächlich in Portugal zu leben, brauchen sie trotzdem ein Visum oder ein Aufenthaltsrecht auf Basis eines Abkommens. Der Vorteil zeigt sich später: Als CPLP-Staat können Brasilianer schon nach 7 Jahren legalem Aufenthalt die Staatsbürgerschaft beantragen, statt der sonst üblichen 10 Jahre – und sobald sie legal ansässig sind, können sie auch den Estatuto de Igualdade nutzen.
Wie lange dauert es aktuell, die portugiesische Staatsbürgerschaft zu bekommen?
Mit der Reform von 2026 braucht man jetzt insgesamt 10 Jahre – oder 7 Jahre für EU-Bürger und Staatsangehörige portugiesischsprachiger Länder – gemäß der Lei Orgânica n.º 1/2026, die seit dem 19. Mai 2026 in Kraft ist. Die Aufenthaltszeit beginnt ab dem Datum, an dem deine erste Aufenthaltserlaubnis ausgestellt wurde, nicht ab deiner Einreise.
Gibt es das Golden Visa 2026 noch?
Ja, aber ohne Immobilien. Das portugiesische Golden Visa läuft 2026 nicht aus. Das Programm bleibt aktiv, auch wenn einige Investitionsmöglichkeiten weggefallen sind. Neue Antragsteller können sich nicht mehr über Immobilienkäufe oder Kapitaltransfers qualifizieren, aber andere zulässige Investitionswege stehen weiterhin offen. Der gängigste Weg heute ist eine qualifizierende Fondsinvestition von 500.000 €, alternativ gibt es die Option einer kulturellen Spende in Höhe von 250.000 €.
Was ist mit dem SEF passiert?
Es gibt es nicht mehr. Die portugiesische Regierung hat den Ausländer- und Grenzschutzdienst (SEF) im Oktober 2023 aufgelöst. Zuständig ist jetzt die neue Behörde AIMA (Agency for Integration, Migration, and Asylum). Alle Anträge auf Aufenthaltstitel und deren Verlängerungen laufen inzwischen über AIMA.
Kann ich noch von der NHR-Steuervergünstigung profitieren?
Als Neuankömmling nicht mehr. Die NHR-Steuerregelung ist nicht mehr verfügbar, da die Übergangsphase nach der offiziellen Abschaffung mittlerweile beendet ist. Bis zum Stichtag 31. März 2025 war eine Beantragung noch möglich, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. An ihre Stelle ist die IFICI getreten. Diese bietet einen Pauschalsteuersatz von 20 %, richtet sich aber vor allem an Fachkräfte aus Wissenschaft und Innovation mit hoher Qualifikation.
Wie kann ich am günstigsten Geld aus Brasilien überweisen, während ich mich in Portugal niederlasse?
Bei klassischen Überweisungen kommen bei jeder Transaktion IOF-Steuer und Gebühren obendrauf. Mit Bleap kannst du mit brasilianischen Dokumenten ein europäisches Konto eröffnen und Geld zwischen Brasilien und Europa überweisen – mit sofortigem PIX, 0 % IOF und ohne Transfergebühren. Dabei hältst du EUR und USD an einem Ort, sodass mehr von deinem Umzugsbudget wirklich in Portugal ankommt.
Fazit: Erst die Aufenthaltskategorie festlegen, dann das Konto ordnen
Der Umzug nach Portugal ist kein Labyrinth, auch wenn die offiziellen Portale das gerne so wirken lassen. Wenn man das Juristendeutsch (bzw. Juristenportugiesisch) beiseitelässt, bleiben eigentlich nur drei Fragen übrig: Welchen Pass hast du, woher kommt dein Geld, und bist du hier, um zu arbeiten, in Rente zu gehen, zu investieren oder deine Familie zusammenzuführen? Wenn du diese Fragen beantwortest, ergibt sich die passende Visumkategorie fast von selbst. EU-Bürger können einfach einreisen. Wer passives Einkommen bezieht, nimmt das D7-Visum ab 920 € im Monat. Remote-Worker nehmen das D8 ab 3.680 €. Angestellte gehen über das D1 oder D3, Investoren über den Golden Visa, und Brasilianer profitieren von einem wirklich schnelleren Weg zur Staatsbürgerschaft – schon nach 7 Jahren, plus dem Estatuto de Igualdade.
Was die Visa-Ratgeber dir nie sagen: Der Papierkram ist nur die halbe Miete. Die andere Hälfte ist das Geld – Nachweise erbringen, Ersparnisse über Grenzen hinweg bewegen und in Euro leben, ohne bei jeder Transaktion Gebühren zu verlieren. Genau hier kommt Bleap ins Spiel: ein Konto, das Brasilien und Europa verbindet. Eröffne es mit brasilianischen Dokumenten, sende und empfange Geld mit 0 % IOF und ohne Überweisungsgebühren, bezahle weltweit mit 0 % FX-Gebühren und bis zu 20 % Cashback, hebe kostenlos bis zu 400 € im Monat ab und spare und investiere direkt vom selben Konto aus. Kümmere dich um dein Visum – und lass Bleap sich um das Konto kümmern, das dort mit dir leben muss.
Dieser Artikel dient allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Einwanderungs- und Steuervorschriften ändern sich häufig. Bitte kläre deine individuelle Situation mit einem zugelassenen portugiesischen Einwanderungsanwalt oder einem zertifizierten Steuerberater, bevor du Entscheidungen triffst.
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