FIFA WM 2026 Preisgeld nach Steuern: Wie viel Spaniens Spieler wirklich behalten
4 August 2026 · Aktualisiert 4 August 2026

Gabriel Caetano
INTERNATIONAL
FIFA WM 2026 Preisgeld nach Steuern: Wie viel Spaniens Spieler wirklich behalten
Spanien gewann die FIFA-Weltmeisterschaft 2026, doch die Spieler behalten deutlich weniger als das ausgeschriebene Preisgeld. Erfahren Sie, wie US-Steuern und spanische Einkommensteuer den Nettobetrag beeinflussen.

Preisgeld der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 nach Steuern: Wie viel spanische Spieler wirklich behalten
Spanien hat die Trophäe der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in die Höhe gestemmt, doch bevor der Champagner überhaupt richtig floss, lief die Steueruhr schon. Die FIFA hat mit insgesamt 871 Millionen Dollar für die 48 teilnehmenden Teams einen Rekord aufgestellt, und der spätere Weltmeister erhielt 51 Millionen Dollar – im Vergleich zu 42 Millionen Dollar für Argentinien 2022. Diese Zahl in den Schlagzeilen landet allerdings bei keinem Spieler eins zu eins im Portemonnaie. Eine ganze Kaskade aus US-Bundessteuern, bundesstaatlichen „Jock Taxes" und spanischen Steuerpflichten frisst sich still und leise durch die Summe. Am Ende bleiben einem Spieler aus dem Top-Kader bei einem beispielhaften Bruttoanteil nur noch etwa 650.000 bis 680.000 Dollar übrig – ein effektiver Gesamtsteuersatz von rund 47 %. Dieser Leitfaden nimmt jede Steuerebene unter die Lupe, die das Preisgeld der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 nach Steuern prägt, und zeigt, wie viel spanische Spieler am Ende tatsächlich behalten.
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1. Der Gesamtpreispool der FIFA 2026 und Spaniens möglicher Sieger-Anteil
Der rekordbrechende Pool von 871 Millionen Dollar
Das Turnier 2026 hat die Auszahlungsgeschichte der FIFA neu geschrieben. Es war die erste WM mit 48 Teams und 104 Spielen – und das hat die FIFA dazu bewogen, die Gesamtausschüttung auf ein Rekordhoch von 871 Millionen Dollar anzuheben. Davon sind 655 Millionen Dollar leistungsbezogenes Preisgeld, das mit jeder Runde weiter steigt. Das ist ein gewaltiger Sprung im Vergleich zur letzten Ausgabe: Bei der WM in Katar mit 32 Teams lag der Gesamtpreispool noch bei 440 Millionen Dollar. Die Struktur belohnt den sportlichen Fortschritt – Vorbereitungszahlungen, Teilnahmegarantien und Steigerungen pro Runde fließen alle in die Endsumme ein.
Was der Champion tatsächlich bekommt
Der Scheck für den Sieger führt die Liste an. Der WM-Gewinner erhält 51 Millionen Dollar, der Zweitplatzierte 34 Millionen Dollar. Wichtig dabei: Die FIFA zahlt nicht direkt an die Spieler. Das Geld geht an die Real Federación Española de Fútbol (RFEF), die es dann nach eigenen Vereinbarungen weiterverteilt. Die 51 Millionen Dollar sind also ein Brutto-Betrag vor jeglicher Verteilung – die Ausgangsgröße für jede Steuerberechnung in dieser Aufschlüsselung des FIFA-2026-Preispools, aber keine Summe, die eine einzelne Person tatsächlich erhält.
2. Wie Spanien das Preisgeld unter Spielern und Betreuerstab verteilt
Die RFEF-Formel für die Spielerauszahlung
Bevor auch nur ein einziger Euro bei einem Spieler ankommt, sichert sich der Verband erstmal seinen Anteil. Die RFEF behält einen Teil für Betriebskosten, Nachwuchsförderung und Verwaltung ein. Eine typische Aufteilung sieht etwa 20 bis 25 Prozent für die Verbandskosten vor, dazu einen festgelegten Topf für Trainer- und Betreuerstab, und der Rest geht an den Spieler-Pool. Wie dieser Pool dann unter den 26 Kaderspielern aufgeteilt wird, hängt vom jeweils gültigen Tarifvertrag ab – bei manchen Turnieren wird gleichmäßig verteilt, bei anderen richtet sich der Anteil nach den Einsätzen.
Geschätzter Bruttoanteil pro Spieler
Rechnen wir das mal durch: Wenn etwa 60 bis 65 Prozent der 51 Millionen Dollar Siegprämie an die 26 Spieler fließen, landet man vor Steuern bei einem groben Bruttoanteil von rund 1,2 bis 1,3 Millionen Dollar pro Spieler. Das ist die Zahl, die die meisten Fans im Kopf haben, wenn sie die Schlagzeile "Anteil pro Spieler beim WM-Titel" lesen. Ersatzspieler, vor dem Turnier verletzte Spieler und kurzfristig nachnominierte Akteure bekommen laut den Tarifregeln der RFEF oft einen geringeren Anteil – die tatsächliche Verteilung ist also selten wirklich gleichmäßig.
Die Komplexität beim Betreuerstab und Bonus-Pool
Trainer, medizinisches Personal und Analysten erhalten separat vereinbarte Anteile, die außerhalb des Spieler-Pools liegen. Die genaue Aufteilung regeln Tarifverträge zwischen der RFEF und der spanischen Spielergewerkschaft (AFE) – deshalb sind veröffentlichte Zahlen immer nur Schätzungen, bis der Verband seine interne Verteilung offiziell bestätigt.
3. Die US-Bundes-„Jock Tax“ erklärt
Was ist die Jock Tax?
Die Jock Tax beruht auf einem simplen Prinzip: Sportler schulden Einkommensteuer in jeder Jurisdiktion, in der sie Geld verdienen – nicht nur dort, wo sie wohnen. Die Jock Tax ist kein eigener Paragraf im US-Steuergesetz, sondern eher die gängige Bezeichnung dafür, wie Steuerbehörden auf Bundesstaats- und Kommunalebene nichtansässige Profisportler besteuern. Bei der Weltmeisterschaft betrachtet die IRS einen Teil des Preisgelds als Einkommen mit US-Quelle. Umgangssprachlich „Jock Tax“ genannt, unterliegen Sportler, die in den USA Leistungen erbringen, in der Regel der US-Besteuerung für dieses Einkommen – selbst wenn sie keinen Wohnsitz dort haben.
Wie „Duty Days“ für WM-Spieler berechnet werden
Der Mechanismus dahinter ist ein Verhältnis der sogenannten „Duty Days“: US-Diensttage geteilt durch die gesamten Diensttage im Steuerjahr, multipliziert mit dem Gesamteinkommen des Spielers, ergibt das Einkommen mit US-Quelle. Die Steuersätze richten sich danach, wie viele Diensttage ein Spieler in einer bestimmten Jurisdiktion verbringt. Der Quellensteuersatz ist happig: US-Einkommen von Nicht-Angestellten wird in der Regel auf dem IRS-Formular 1042-S gemeldet und unterliegt einer 30-prozentigen Quellensteuer auf den Bruttobetrag, sofern kein niedrigerer Satz durch ein Doppelbesteuerungsabkommen greift. Spieler können diese Last jedoch senken. Ausländische Künstler und Sportler können mit der IRS eine sogenannte Central Withholding Agreement (CWA) abschließen, wodurch die Quellensteuer auf Basis des geschätzten Nettoeinkommens zu gestaffelten Sätzen berechnet wird – statt der pauschalen 30 % auf das Bruttoeinkommen.
Warum die Weltmeisterschaft die üblichen Jock-Tax-Regeln verkompliziert
Da die FIFA Geld an die Verbände zahlt und nicht direkt an die Spieler, bleibt die Frage nach dem Steuerabzug ziemlich unklar. Da das Preisgeld erst ausgezahlt wird, wenn die Teilnehmer die USA bereits verlassen haben, gestaltet sich die Steuererhebung schwierig. Behörden in New Jersey haben zwar über sogenannte „Jeopardy Assessments“ nachgedacht, um die Zahlung vor der Auszahlung des Preisgeldes abzusichern, diese Idee aber letztlich als unpraktikabel verworfen. Trotzdem ist die grundsätzliche Regel klar: Laut den IRS-Richtlinien zur FIFA-Weltmeisterschaft 2026 unterliegen internationale Athleten der US-Bundeseinkommensteuer für Einkünfte, die im Zusammenhang mit in den Vereinigten Staaten erbrachten Leistungen stehen. Genau das ist der Kern der US-Bundessteuerpflicht für ausländische Spieler.
4. Steuerpflicht auf Bundesstaatenebene: Steuerlast von Spiel zu Spiel
Wie die „Jock Taxes“ der US-Bundesstaaten funktionieren
US-Bundesstaaten besteuern Einkommen, das innerhalb ihrer Grenzen erzielt wird, unabhängig von der Bundesregierung in Washington. Profisportler, auch ausländische Staatsangehörige, müssen in jedem Bundesstaat, in dem sie aufgetreten sind, eine Steuererklärung als Gebietsfremde abgeben. Jeder US-Bundesstaat, in dem WM-Spiele ausgetragen werden, kann eigene steuerliche Vorgaben machen – diese Regeln unterscheiden sich von Staat zu Staat und können Einkommenssteuern oder zusätzliche Quellensteuerpflichten umfassen.
Die Steuerlandschaft der Gastgeberstädte 2026
Wo Spanien gespielt hat, machte einen enormen Unterschied. Die wichtigsten Steuersätze der Gastgeberstaaten im Überblick:
- New York und New Jersey (MetLife): NJ Spitzensteuersatz rund 10,75 %, NY rund 10,9 %
- Los Angeles (SoFi): Kalifornien Spitzensteuersatz rund 13,3 %, der höchste im ganzen Land
- Dallas (AT&T): Texas, keine Landeseinkommenssteuer
- Miami (Hard Rock): Florida, keine Landeseinkommenssteuer
- Seattle (Lumen Field): Washington, keine Landeseinkommenssteuer
- Kansas City, Atlanta, Philadelphia, Boston, San Francisco: Steuersätze zwischen etwa 5 % und 9,9 %
Teams, die in Florida oder Texas trainieren, unterliegen keiner Landeseinkommenssteuer oder „Jock Tax“. Auch Gerichte setzen Grenzen, wie weit Städte hier gehen dürfen. 2025 erklärte der Oberste Gerichtshof von Pennsylvania die Gebühr für auswärtige Sportler in Pittsburgh für verfassungswidrig, während die Lohnsteuer in Philadelphia weiterhin gilt, weil sie gleichermaßen für Einheimische wie Auswärtige gilt. Spieler müssen also nur solche Jock Taxes zahlen, die bereits vor Gericht Bestand hatten.
Praktische Auswirkungen auf das Nettoeinkommen
Ein Spieler, der in Kalifornien oder New York und New Jersey antritt, zahlt im Vergleich zu einem Bundesstaat mit niedrigen Steuern pro Spiel rund 20.000 bis 60.000 Dollar mehr an Steuern. Ein Vorrundenspiel in Kalifornien kostet also spürbar mehr als eines in Dallas – genau deshalb ist das Thema "Steuern bei World-Cup-Spielen" für Agenten eine echte Planungsfrage.
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5. Steuerabkommen zwischen Spanien und den USA: Sorgt es für eine geringere Steuerlast?
Die Grundlagen des Abkommens
Das Einkommensteuerabkommen zwischen den USA und Spanien regelt Sportler und Künstler in Artikel 17. Dieser sogenannte "Artiste and Athlete"-Artikel erlaubt es dem Gastland, Sportler vom ersten Tag an zu besteuern – anders als bei der üblichen 183-Tage-Regel für die steuerliche Ansässigkeit. Klartext: Das Abkommen befreit Profisportler nicht von der US-Steuerpflicht, auch wenn das oft angenommen wird. Teams aus Ländern mit Steuerabkommen mit den USA verlieren allerdings weniger an die Bundessteuer.
Was das Abkommen tatsächlich regelt
Das Abkommen senkt die Quellensteuer auf bestimmte passive Einkünfte wie Dividenden und Zinsen – für Preisgelder spielt das aber kaum eine Rolle. Solche Abkommen sollen eigentlich Doppelbesteuerung verhindern und enthalten oft spezielle Regelungen für Sportler, etwa Steuerbefreiungen für Einkünfte aus kurzfristigen US-Auftritten oder Obergrenzen dafür, wie viel Einkommen über einen bestimmten Schwellenwert hinaus in den USA besteuert wird. Es gibt zwar eine Bagatellgrenze, aber Verdienste bei der Weltmeisterschaft liegen weit darüber. Bleibt das Einkommen unter dieser Freigrenze, ist es steuerfrei – liegt es auch nur einen Dollar darüber, wird in der Regel der gesamte Betrag steuerpflichtig.
Der Anrechnungsmechanismus
Spanien erlaubt Spielern, die bereits gezahlte US-Bundes- und Landessteuer auf die spanische Steuerschuld anzurechnen. In der Praxis verhindert das eine echte Doppelbesteuerung für Sportler, die unter das Steuerabkommen zwischen Spanien und den USA fallen – drückt den kombinierten effektiven Steuersatz aber nicht unter den höheren Satz der beiden Länder. Ist die US-Steuer niedriger als die spanische, muss der Spieler die Differenz trotzdem an Spanien nachzahlen.
6. Steuerpflichten in Spanien für rückgeführte Einnahmen
Die spanische Einkommensteuer (IRPF) im Überblick
Wer in Spanien steuerlich ansässig ist, zahlt Steuern auf sein weltweites Einkommen im Rahmen der IRPF – und Spitzenspieler bekommen das voll zu spüren. Laut RCM Legal wären 17 der 26 spanischen Nationalspieler ebenfalls in Spanien steuerpflichtig, da steuerlich in Spanien Ansässige auf ihr weltweites Einkommen besteuert werden. Das gilt genauso für internationale Spieler bei spanischen Vereinen, etwa Lamine Yamal vom FC Barcelona. Der Spitzensteuersatz der IRPF erreicht 47%, sobald staatliche und regionale Zuschläge zusammenkommen – die meisten Spieler in Madrid oder Barcelona liegen bei 45 bis 47%.
So funktioniert die Anrechnung ausländischer Steuern in der Praxis
Bereits gezahlte US-Bundes- und Landessteuern mindern die spanische IRPF-Rechnung – bis zur Höhe der spanischen Steuer, die auf dasselbe Einkommen anfällt. Liegt der effektive US-Steuersatz (zum Beispiel 30% Bundessteuer plus 5% Landessteuer, also 35%) unter den 47% in Spanien, schuldet der Spieler Spanien die Differenz von rund 12 Prozentpunkten. Übersteigt der US-Satz den spanischen – selten, aber möglich, etwa bei Kalifornien –, erhebt Spanien auf diese konkreten Einnahmen keine zusätzliche Steuer.
Zeitpunkt der Rückführung und Währungsrisiko
Die FIFA zahlt in US-Dollar aus, doch Spieler und Verband rechnen letztlich in Euro ab. Der Zeitpunkt der Umrechnung sorgt für echte buchhalterische Komplexität und echte Kosten, denn jede Umrechnung von Dollar in Euro ist eine Gelegenheit für Banken oder Broker, einen Aufschlag einzubauen. Genau hier verlieren rückgeführte Sporteinnahmen in Spanien still und heimlich an Wert. Wer regelmäßig Geld zwischen Währungen bewegt, kann mit einer Karte ohne Fremdwährungsgebühren und Konten in EUR, USD und MXN genau dieses Leck stopfen – man zahlt zum echten Kurs statt zu einem aufgeschlagenen.
7. Effektiver Gesamtsteuersatz: Schritt-für-Schritt-Nettoberechnung
Das Modell: Annahmen
- Brutto-Preisgeldanteil pro Spieler: 1,25 Millionen US-Dollar (beispielhaft)
- US-Diensttage: 38 von insgesamt 365 professionellen Diensttagen
- Gesamtjahreseinkommen eines spanischen Stammspielers: rund 12 Millionen US-Dollar
- Spiele in New York und New Jersey (2), Kalifornien (1), Texas (1) und das neutrale Spiel in Miami (1)
Das deckt sich mit unabhängigen Modellrechnungen. Bei einer realistischen Aufteilung der Diensttage gelten rund 40 Prozent als US-Einkommen und unterliegen der US-Steuer, der Rest stammt aus dem Ausland – und der US-Anteil wird dann nochmal auf die Bundesstaaten aufgeteilt, in denen die Spiele stattfanden.
Schritt 1: Berechnung der US-Bundessteuer
US-Einkommen aus der WM: 1,25 Mio. $ × (38 ÷ 365) = rund 130.000 $. Bundesquellensteuer von 30 % vor Anrechnung des Doppelbesteuerungsabkommens: etwa 39.000 $.
Schritt 2: Berechnung der Staatssteuer
- Spiele in NY und NJ: etwa 52.000 $ werden NJ zugerechnet, rund 5.600 $ Staatssteuer
- Spiel in Kalifornien: etwa 26.000 $ werden CA zugerechnet, rund 3.450 $ Staatssteuer
- Spiele in Texas und Florida: 0 $ Staatssteuer
- Geschätzte Staatssteuer insgesamt: rund 9.050 $
Schritt 3: Berechnung der spanischen IRPF-Steuerschuld
Die spanische Einkommensteuer (IRPF) von 47 % auf den Anteil von 1,25 Mio. $ beträgt rund 587.500 $. Zieht man die Anrechnung der in den USA gezahlten Steuern ab (rund 48.050 $), bleiben etwa 539.450 $, die Spanien geschuldet werden.
Schritt 4: Gesamtsteuerlast und Nettobetrag
Ebene | Gezahlte Steuer |
|---|---|
US-Bundessteuer | ~39.000 $ |
US-Staatssteuer | ~9.050 $ |
Spanische IRPF (nach Anrechnung) | ~539.450 $ |
Steuern gesamt | ~587.500 $ |
Netto verbleibend | ~662.500 $ |
Der effektive Gesamtsteuersatz liegt bei rund 47 %, weil Spaniens Spitzensteuersatz nach Anrechnung der Steuergutschrift den Ton angibt. Das Wichtigste zu den Netto-Einnahmen bei der WM: Von etwa 1,25 Millionen Dollar brutto bleiben einem spanischen Topspieler ungefähr 650.000 bis 680.000 Dollar übrig. Das ist die ehrliche Antwort hinter der Berechnung des WM-Steuersatzes und dem effektiven Steuersatz für Profisportler.
8. RFEF-Verbandsprämien zusätzlich zum Preisgeld
Was sind die Leistungsprämien der RFEF?
Unabhängig vom Geld der FIFA setzt der spanische Verband noch eigene Leistungsanreize obendrauf. Aus früheren Turnieren kennt man Beträge von rund 720.000 € pro Spieler für einen großen Titel, und die Prämien für 2026 – die noch tarifvertraglich ausgehandelt werden müssen – dürften angesichts des Prestiges des Turniers ähnlich hoch oder sogar höher ausfallen.
Steuerliche Behandlung der Verbandsprämien
Da die RFEF eine spanische Institution ist, werden diese Prämien als spanisches Einkommen nach dem IRPF versteuert und gelten nicht als Einkommen aus US-Quellen – die Jock Tax entfällt hier also komplett. Der Spitzensteuersatz von 47 % greift dabei ohne ausländische Steuergutschrift zur Verrechnung, weil ja auch keine ausländische Steuer gezahlt wurde. Der Kompromiss liegt in der Einfachheit: Bei einer Prämie von 720.000 € und 47 % Steuersatz bleiben netto etwa 382.000 € übrig. Steuerlich zwar happiger, aber deutlich unkomplizierter zu handhaben als Preisgelder aus mehreren Ländern gleichzeitig.
9. Sponsoren- und Werbedeal-Boom für Weltmeister
Der kommerzielle Aufwertungseffekt
Ein WM-Titel verändert den Marktwert eines Spielers grundlegend. Bestehende Sponsoring-Verträge enthalten oft Klauseln zur Neuverhandlung, und ein Plus von 20 bis 40 Prozent bei den jährlichen Werbeeinnahmen ist für Topstars durchaus realistisch. Über den gesamten Kader betrachtet, kann der kommerzielle Aufschwung dem Team zusätzliche 5 bis 15 Millionen Euro pro Jahr an Werbeeinnahmen bringen.
Steuerliche Behandlung von Werbeeinnahmen
Werbeeinnahmen laufen meist über Image-Rights-Gesellschaften in Spanien oder im Ausland. Seit 2015 hat Spanien die Besteuerung von Bildrechten verschärft: Maximal 15% können über diese Struktur ausgelagert werden, alles darüber wird als reguläres Arbeitseinkommen versteuert. US-Werbedeals bringen eigene steuerliche Folgen mit sich, sobald Auftritte oder Dreharbeiten auf amerikanischem Boden stattfinden – ein zentraler Punkt bei der Besteuerung von Werbeeinnahmen für Weltmeister.
Warum das für die Nettoeinnahmen wichtig ist
Der Steuersatz auf Werbeeinnahmen kann sich deutlich von dem auf Preisgelder unterscheiden. Deshalb setzen clevere Spieler auf lizenzierte Bildrechte-Strukturen, um ihren Grenzsteuersatz legal zu senken. Oft ist es gar nicht der Scheck für den WM-Titel selbst, sondern das kommerzielle Einkommen, das sich über eine ganze Karriere hinweg am meisten auszahlt.
10. Politische und rechtliche Kontroversen bei der Besteuerung ausländischer Sportler
Überparteiliche Kritik an der Anwendung der IRS Jock Tax
Kritiker argumentieren, dass eine aggressive Besteuerung von Gastsportlern Bewerbungen von Gastgeberstädten abschreckt und diplomatische Spannungen schafft. Auffällig ist, dass die USA nicht den Weg der Steuerbefreiung eingeschlagen haben, den andere Gastgeberländer gewählt haben. Die FIFA sichert sich seit 2010 regelmäßig Steuerbefreiungen von ihren Gastgeberländern – Südafrika, Brasilien, Russland und Katar haben allesamt Steuererleichterungen für die FIFA und die Teams gewährt. Die USA scheinen diesem Beispiel jedoch nicht zu folgen.
Der Präzedenzfall der Olympischen Spiele 2015
Der Kongress befreite US-Sportler von der Steuer auf olympische Medaillen und Preisgelder, doch diese Ausnahmeregelung galt ausschließlich für US-Athleten und war nicht auf Gegenseitigkeit ausgelegt. Ausländische Sportler bei Veranstaltungen in den USA bleiben weiterhin voll steuerpflichtig.
Praktische Herausforderungen bei der Durchsetzung
Die Durchsetzung hängt stark von der Zusammenarbeit der Behörden ab. Der IRS hat mit der kanadischen Canada Revenue Agency und der mexikanischen Servicio de Administración Tributaria eine gemeinsame Vereinbarung getroffen, um eine sinnvolle Methode zur Aufteilung der Einkünfte aus der FIFA-Weltmeisterschaft zu finden. Die spanische AEAT gleicht IRPF-Steuererklärungen mit Angaben zu ausländischen Einkünften ab, und Spieler oder Agenten, die US-Einkünfte zu niedrig angeben, riskieren Strafen in beiden Ländern.
11. Historische Entwicklung des Preisgelds: Katar 2022 vs. 2026
Wie der Preispool gewachsen ist
Turnier | Gesamtpool | Anteil des Siegers |
|---|---|---|
Russland 2018 | 400 Mio. $ | 38 Mio. $ |
Katar 2022 | 440 Mio. $ | 42 Mio. $ |
USA/Kanada/Mexiko 2026 | 871 Mio. $ | 51 Mio. $ |
2022 kassierte Weltmeister Argentinien nach dem Sieg über Frankreich 42 Millionen Dollar, vier Jahre zuvor hatte Frankreich nach dem WM-Titel 2018 in Russland 38 Millionen Dollar eingestrichen. Der Preispool 2026 ist der größte in der Geschichte der FIFA für eine einzelne Ausgabe – angetrieben durch die Aufstockung von 32 auf 48 Teams und 104 Spiele.
Was das Wachstum nach Steuern bedeutet
Der Brutto-Siegeranteil stieg von 42 auf 51 Millionen Dollar, also um rund 21 %. Nach Steuern – bei einem effektiven Gesamtsteuersatz von etwa 47 % – fällt der Netto-Zuwachs pro Spieler ähnlich hoch aus, nämlich ebenfalls rund 21 %, weil die Steuer proportional wirkt. Der eigentliche Effekt ist schlicht, dass jetzt mehr Dollar denn je an IRS und AEAT fließen – das ist die eigentliche Geschichte hinter dem Vergleich der Preisgelder von Katar 2022 und 2026 sowie der Preisgeldverteilung der FIFA-Weltmeisterschaft.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel bleibt Weltmeister-Spielern nach Steuern eigentlich pro Kopf übrig?
Bei einem beispielhaften Brutto-Anteil von rund 1,25 Millionen US-Dollar bleiben einem spanischen Top-Spieler nach Abzug der US-Bundessteuer, der US-Landessteuer und der spanischen IRPF-Steuer etwa 650.000 bis 680.000 US-Dollar übrig – ein effektiver Gesamtsteuersatz von rund 47%. Der genaue Betrag hängt davon ab, an wie vielen Einsatztagen gespielt wurde, in welchen US-Bundesstaaten die Spiele stattfanden und wie die RFEF ihre interne Verteilungsformel handhabt.
Verhindert das Steuerabkommen zwischen Spanien und den USA eine Doppelbesteuerung der WM-Einnahmen?
Nein. Artikel 17 sichert den USA das Recht zu, Sportler für Auftritte auf US-Boden zu besteuern, unabhängig von ihrem Wohnsitz. Das Abkommen sieht zwar eine Anrechnung ausländischer Steuern vor, die eine echte Doppelbesteuerung verhindert – der kombinierte Steuersatz sinkt dadurch aber nicht unter Spaniens Spitzensteuersatz von etwa 47%.
Was ist die „Jock Tax" und warum betrifft sie spanische Spieler?
Die „Jock Tax" bezeichnet die Praxis, mit der US-Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden das Einkommen ausländischer Sportler besteuern, das diese durch Auftritte auf US-Boden erzielen. Da Spanien Spiele in den USA austrug, gilt ein Teil des Preisgelds – entsprechend den Einsatztagen – als in den USA erzielt und wird dort besteuert, bevor die spanische IRPF-Steuer greift.
Warum spielt die Währungsumrechnung bei den WM-Einnahmen eine Rolle?
Die FIFA zahlt in US-Dollar aus, doch spanische Spieler und der Verband rechnen in Euro. Bei jeder Umrechnung können Banken oder Broker einen Wechselkursaufschlag draufschlagen – zusätzlich zu den Steuern, die ohnehin schon abgezogen wurden. Mit einem Ansatz ohne Fremdwährungsgebühren, etwa einer Bleap-Karte mit Einzahlungen in EUR, USD und MXN, wird zum echten Wechselkurs bezahlt statt zu einem aufgeschlagenen – so bleibt am Ende mehr vom Netto-Betrag übrig, wenn das Geld nach Hause kommt.
Werden RFEF-Verbandsprämien genauso besteuert wie FIFA-Preisgelder?
Nein. Prämien des RFEF werden von einer spanischen Institution ausgezahlt und deshalb ausschließlich nach spanischem IRPF-Recht besteuert – mit bis zu 47%. Eine US-Jock-Tax-Problematik gibt es hier nicht, ebenso wenig eine ausländische Steueranrechnung. Der Steuersatz ist zwar happig, aber die Abwicklung ist deutlich unkomplizierter als bei WM-Preisgeldern, die durch mehrere Steuerjurisdiktionen wandern.
Preisgelder bei der Weltmeisterschaft sind ein Paradebeispiel dafür, wie stark eine große Summe schrumpft, sobald sie durch drei Finanzbehörden und eine Währungsumrechnung gegangen ist. Dem Fiskus kann man als Spieler kaum entkommen – wer aber Geld über Landesgrenzen hinweg bewegt, kann zumindest das zweite Leck stopfen: FX-Gebühren und versteckte Kosten bei der Umrechnung. Genau hier setzt Bleap an. Es handelt sich um ein Fintech-Kartenunternehmen, keine Bank, das eine selbstverwahrte Mastercard mit 0% FX-Gebühren, bis zu 20% Cashback, Einzahlungen in EUR, USD und MXN ohne Transfergebühren sowie USD-Sparvaults mit 3,65% AER (Steady) und 3,83% AER (Dynamic) bei nur 1 $ Mindesteinlage und ohne Bindungsfrist bietet. Egal, was auf deinem Konto landet – behalte mehr davon. Jetzt Bleap-Konto eröffnen →
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